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Tour de Geltow

Tourentagebuch

04.04.2012 "Der April macht was er will" – Start der "Tour de Geltow"

Am ersten Tag der Osterferien begann die Tour bei typischem Aprilwetter mit der AWG Eiche. 21 Kilometer durch den Regen und aufgeweichte Wege. Es ging vorbei am Großen Zernsee, über Töplitz und Grube, nach Potsdam Bornim und Nedlitz. Schließlich kamen wir ohne Sturz und anderen Schwierigkeiten zurück nach Eiche. Am Nachmittag begann, nur noch bei Nieselregen, die Tour der STJWG Werder. 22 Kilometer waren das Ziel. Es ging quer durch Werder, über Glindow bis nach Derwitz, von Kemnitz zurück nach Werder. Der letzte Anstieg in Werder kostete noch einmal eine Menge Kraft. Nach einem Reifenplatzer sind dann alle gesund wieder angekommen.

05.04.2012 „Es ist noch kein Frühling“ – mit Handschuhen in den zweiten Tag gestartet

Am zweiten Tag der "Tour de Geltow" starteten zwei Kinder und ein Betreuer aus der Wohngruppe "Am See" direkt vom Franzensberg in Geltow. Nach ca. einem Kilometer war es mal wieder soweit: Ein Plattfuß! Die Räder wurden mit Hilfe des Begleitfahrzeuges getauscht und die 22 Kilometer um den Schwielowsee wurden von allen Beteiligten mit leichten Schmerzen im Gesäß gemeistert. Am Nachmittag ging es mit schnellem Tempo rund um den Schwielowsee. Die Jugendwohngruppe war kaum zu bremsen. Es ging über die Brücke vom Wildpark nach Werder, über Glindow und Ferch zur Fähre nach Caputh. Die 28 Kilometer waren in Null-Komma-Nichts abgefahren. Das einzige Problem war, dass die Buletten zu schnell alle waren.

10.04.2012 „Tour de Geltow" – Rund um Potsdam

Am frühen Morgen startete die Potsdamer Gruppe "Boys in work" ihre Runde. Als erstes ging es quer durch Potsdam, um das Umland zu erreichen. Über Saarmund und Phillippsthal ging der Rundkurs zurück nach Potsdam. Die Jugendlichen waren von der Tour begeistert und haben sie locker geschafft. Einige Jugendliche aus dieser Gruppe werden am Wochenende zudem die 50-Kilometer-Tour mitfahren. Am Nachmittag ging es bei bestem Fahrradfahrwetter mit der Heilpädagogischen Gruppe Geltow rund um den Schwielowsee. Die Pause war heute direkt am Europaradweg (Calais – St. Petersburg) kurz vor Ferch. Bei solchen Dimensionen kamen alle leicht ins Träumen ... Die nächste Pause war auf der Fähre zwischen Caputh und Geltow, bevor alle wieder gesund den Franzensberg erreichten.

11.04.2012 „Am Filmset von Matthias Schweighöfer“

Die Tagesgruppe Ufer aus Werder startete in tatkräftiger Begleitung von zwei Elternteilen ihre Runde um den Glindower See. Dem Alter der Kinder angepasst, war eigentlich nur ein Rundkurs von 10 Kilometern geplant. In Petzow angekommen, wurde gemeinschaftlich eine hervorragende Entscheidung getroffen: „Wir wollen mehr radeln!“ So wurden aus den geplanten 10 Kilometern ganz schnell 23. Dabei darf nicht vergessen werden, dass einige Kinder mit ihren Eltern schon von ihrem zu Hause in die Tagesgruppe geradelt sind. Die Kilometer flossen an dem Tag natürlich mit in die Wertung. So ist zum Beispiel ein neunjähriger Junge sage und schreibe 33 Kilometer an einen Tag gefahren ... dafür gab es große Anerkennung! Die Rundtour führte uns heute am Filmset von Matthias Schweighöfer vorbei. Wagemutig, wie wir Geltower sind, versuchten wir den Schauspieler für ein Foto zu gewinnen ... Wir konnten auch schnell einige Menschen für uns gewinnen, die Herrn Schweighöfer nach einem gemeinsamen Foto fragten. Doch dann war die Drehpause zu schnell vorbei und unser Foto konnte doch nicht gemacht werden. Etwas traurig, aber immer noch mit viel Kraft in den Beinen, ging es zurück zum Startpunkt. In der Tagesgruppe angekommen, gab es zur Regeneration eine deftige Bratwurst in einer schönen Runde.

„Otto von Lilienthal lässt grüßen – Raus in das weite Brandenburger Land“

Am Nachmittag ging es bei wieder typischen Aprilwetter auf ins Brandenburger Land. Die Heilpädagogische Gruppe Plessow startete ihre Landpartie über Derwitz bis nach Krielow. Am Lilienthal-Denkmal war die erste und verdiente Pause. 1891 flog dort der Flugpionier Otto von Lilienthal zum ersten Mal mit seinem Fluggerät „Derwitzer Apperat“. Über Kemnitz und Werder kam es dann leider zum ersten Unfall der „Tour de Geltow“. Ein Kind streifte leicht eine Bordsteinkante und wurde dann sanft von einer Blumenrabatte gebremst. Zum Glück gab es nur einen großen Schreck und eine Bremse war etwas verbogen. Nach kurzem Durchatmen ging es dann wieder sicher zurück nach Plessow. Die Ziellinie durfte natürlich das gestürzte Kind als erstes durchfahren. Voller Stolz und mit viel Glück trugen sich die Kinder am Ende des Tages in das Tourenbuch ein.

12.04.2012 „Der Sonne entgegen“

Der Vormittag war heute frei von einer Tour. Aber die Zeit wurde natürlich sinnvoll genutzt. Durch die erschienenen Pressartikel wurden interessierte Menschen auf uns aufmerksam: Eine Privatperson aus Werder-Havel spendete uns zwei Fahrräder für die erradelten Kilometer. Dafür sagen wir DANKE! Zudem sprach uns der Hellwig-Baumarkt aus Geltow an. Dieser möchte uns ebenfalls mit einer Fahrradspende unterstützen. Die Gemeinde Schwielowsee kauft uns auch Kilometer ab. Darüber haben wir uns sehr gefreut. Die Anstrengungen der vielen Kinder machen sich langsam bezahlt. Hoffentlich finden wir noch weitere Sponsoren für die „Tour de Geltow".

Am Nachmittag ging es bei leichtem Regen von der Sozialtherapeutischen Gruppe in Glindow zu einer weiteren Tour los. Vorbei am Glindower See nach Petzow, über Ferch nach Caputh und dann wieder zurück nach Glindow. Während der Tour wurde das Wetter immer freundlicher und pünktlich im Ziel kam dann sogar die Sonne heraus. Müde, aber trotzdem Stolz, kamen alle Kinder und Jugendlichen wieder in der Gruppe an. Heute war zudem etwas sehr besonders. Heute sind zwei Betreuer, eine Praktikantin und die Wirtschaftskraft der Gruppe mitgefahren, um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen.

13.04.2012 „Freitag der 13.!“

Am Vormittag und mal wieder bei Regen startete die Intensivgruppe ihre Tour. Geplant waren heute eigentlich nur 10 Kilometer, da die Kinder aus der Intensivgruppe meist junger sind und noch nicht so viel Ausdauer haben. Pustekuchen ... alle waren wieder so motiviert, dass die Tour mal wieder spontan auf 15 Kilometer verlängert wurde. Der Regen machte den Kindern nichts aus und die gute Verpflegung (Obst, Gemüse und natürlich Schokolade) aus der Gruppe war ein super Ziel. Auf der Tour sahen wir Rehe und einen Fasan. Dies war für die Kinder, die zum großen Teil aus Berlin kommen, nicht selbstverständlich und wird ihnen lange in Erinnerung bleiben. Zum Ende der Tour wurde den Kinder bewusst, dass ja heute „Freitag der 13.“ ist. Aber zum Glück ist auch heute nichts passiert.

„Mir tut alles weh“ Das sagten die Jugendlichen nach der Nachmittagstour. Fünf Jugendliche aus dem Betreuten Wohnen und der Heilpädagogischen Gruppe Plessow starteten vom Franzensberg zur 50-Kilometer-Tour. Da wir alle gemeinsam etwas spät los kamen und einen Termin mit der Bürgermeisterin Frau Hoppe in Ferch hatten, mussten wir gleich schweißtreibend starten. In Ferch an gekommen, wartete schon Frau Hoppe mit der Presse. Die Gemeinde Schwielowsee unterstützt unsere Tour mit 100,- EUR und übergab uns die Sponsorenkarte. Frau Hoppe drückte uns zudem die Daumen für die restlichen 35 Kilometer. Es ging dann weiter über Neu Seddin, Michendorf und Potsdam zurück nach Geltow. Kurz vor Potsdam ging es dann los: Die Kräfte waren am Ende, der Hintern schmerzte immer mehr. Die Jugendlichen und auch der Betreuer kamen an ihre Grenzen. Jetzt hieß es nur noch „kämpfen“. Am Ende sind alle gut und nach sage und schreibe 50 Kilomtern wieder auf dem Franzensberg angekommen. Eine sehr gute Leistung!

14.04.2012 „Wir schaffen es!“

Die letzte Tour in den Ferien startete am Vormittag von der Gruppe "Boys in work" in Potsdam. Die Kinder und Jugendlichen waren alle hochmotiviert und gingen davon aus, dass sie die Tour ohne Probleme bewältigen. Das Wetter war an diesem Tag herrlich: Sonne und wenig Wind. Es ging wieder rund um den Schwielowsee und es lief wie von allein. Nach ca. 30 Kilometer mussten dann alle wieder „beißen“, es schmerzte in den Beinen und die Motivation ging sichtlich zurück. Nach ca. 4 Stunden sind dann alle wieder nach sagenhaften 50 Kilometern in Potsdam angekommen. Die Kinder haben es echt geschafft und sind gemeinsam in den Osterferien 2012 über 1000 Kilomter mit dem Fahrrad gefahren. Eine wirklich große Leistung!

Kleine Statistik der Tour de Geltow: zwei platte Reifen / zwei Stürze ohne Verletzungen / mindestens 40 Liter Wasser wurden getrunken / diverse Süßigkeiten haben als Energieträger gewirkt / 34 Kinder, 8 Betreuer, 3 Elternteile, eine Praktikantin, eine Wirtschaftkraft und ein Lehrer sind mitgeradelt Bis jetzt sind die Kinder und Jugendlichen der Evangelischen Jugendhilfe Geltow 1275 Kilometer mit dem Fahrrad gefahren!!! Echt Klasse ...

Jörn Kurth, Erlebnispädagoge