Bilderleiste
„Wir haben Euch was voraus“

Mit dieser Bemerkung wies Raul Krauthausen, Sozialheld und Kämpfer für Inklusion, die rund 100 Teilnehmer des Symposiums „inklusiv denken, inklusiv handeln“ trocken darauf hin, dass sich im Alter nahezu jeder mit einer Behinderung anfreunden müsse.

Die in Hiddenhausen ansässige Evangelische Stiftung Dialog für innovative Kinder- und Jugendhilfe hatte im Juni Gäste aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Sozialunternehmen zu ihrer Auftaktveranstaltung in die Räume des Evangelischen Werks für Diakonie und Entwicklung nach Berlin eingeladen. Um den Blick zu weiten, wurde bewusst die Hauptstadt als Tagungsort für die erste große Veranstaltung der Stiftung gewählt.

Die Referenten behandelten die Stolpersteine und Hürden auf dem Weg in eine inklusive Gesellschaft. Deutlich kritisierte Hubert Hüppe, Behindertenbeauftrager der Bundesregierung, dass Eingliederungshilfe meist dann geleistet werde, wenn Eltern bereit seien, ihr behindertes Kind auszugliedern. Das dürfe nicht sein. „Das Grundprinzip der Inklusion“, so Hüppe, lautet, die Unterstützung folgt der Person und nicht umgekehrt“. Dass auch die Kirche ihre Haltung gegenüber Menschen mit Beeinträchtigungen überprüfen müsse, forderte Klaus Eberl, Vizepräses der EKD-Synode: „ Ist bei uns wirklich jede und jeder willkommen, auch die, die uns Mühe machen“, hinterfragte er kritisch und verlangte ein offenes Aufeinanderzugehen aller Beteiligten. Es ging beim Symposium aber auch um Vernetzung und Bündnispartnerschaften. Olaf Guttzeit von Boehringer Ingelheim wies darauf hin, dass Unternehmen allein schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht auf die Erfahrung von Menschen mit Behinderung verzichten könnten: „Wenn wir die Verschiedenartigkeit von Menschen als Mehrwert begreifen, können wir alle davon profitieren.“

In der anschließenden, von Arnd Brummer moderierten Podiumsdiskussion forderte Krauthausen einen Perspektivwechsel in der Wahrnehmung von Behinderung. Sie sei kein prägendes Charakteristikum, sondern eine Eigenschaft unter vielen anderen. „Die Dialogstiftung“, formulierte der Stiftungsvorstand Rainer Kröger am Ende der Veranstaltung „wird sich mit zukünftigen Projekten daran beteiligen, dass sich diese Einsicht im öffentlichen Bewusstsein durchsetzt“.







>>>weitere Bilder<<<